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2015-08-10

Centuria I, Experimentum 36: Orte und Jahre: Wittenberg 1560



Ausschnitte aus hck: "Philosophie der Renaissance": Teil 7



Hier nun der siebte Teil der Ausschnitte aus meinem 2014 erschienenen Einführungsband zur Philosophie der Renaissance. Zum Kontext und für Auszüge aus dem Kapitel "München 2013" siehe hier. Auszüge aus dem vorigen Kapitel ("Florenz 1519") gibt's hier .

Eine etwaige überarbeitete Fassung dieses Kapitels würde, was Melanchthons De philosophia betrifft einiges von dem einbeziehen was sich an Präzisierungen, Überlegungen, Kontexten in der schriftlichen Dokumentation zu meinem Münchner Vortrag  Niphus and Melanchthon to Students on the best Philosophy without Truth  (2015-02-12) findet. 
Und was den Wittenberger Logik-Unterricht bezieht würde dann wohl auch vergleichend verwiesen auf: E. Jennifer Ashworth: Logic teaching at the University of Oxford from the Sixteenth to the early Eighteenth Century ("Noctua, anno II, nn. 1-2").

Hier nun die Ausschnitte:

"
Wittenberg 1560

            Wittenberg, das ist der Ort, 1560, das ist das Jahr in dem Philipp Melanchthon[1] stirbt - und damit seine Werke nicht mehr überarbeiten kann. Wittenberg: das ist hier zuvörderst die Universität, 1502 gegründet,[2] von Melanchthon vom 25. August 1518 an, 42 Jahre lang[3] geprägt.[4]

            Melanchthon starb am Abend des 19. April 1560.[5] Noch im selben Jahr legen Wittenberger Professorenkollegen einen Bericht zu seinen letzten Tagen vor, auf Latein und auf Deutsch, in durchaus nicht identischen Fassungen.[6] Die lateinische Fassung ist die ältere, die deutsche wird als Kurzversion davon vorgestellt,[7] enthält aber auch Aussagen die sich in der lateinischen Fassung nicht finden.[8]
            Man bedauert und entschuldigt die Verzögerung des Berichtes:


Es werden uns aber alle verstendige hertzlich gern entschuldigt nemen. Denn wir haben damals in unser grossen betrübnis als guthertzige/ getrewe/ und redliche leuht[9] erstlich darauff müssen bedacht sein / Wie mann die Lectiones widerumb bestellen/ austheilen und verwalten müste/ damit die jugend nicht verseumet / und aus dieser vetterlichen fürsorg unnd fleis hoffnung gewinnen köndte/ wes sie sich zu denen/ die Got gnedicklichen nach gelassen/ ver- || sehen und vertrösten/ auch was für fruchte sie ihnen bey den selben zu schaffen getrawen möchten.[10]
Die erste Sorge gilt also der Kontinuität und dem Bestand bzw. der Wiedererrichtung des akademischen Unterrichts: die universitäre Lehre hat Vorrang vor allem, erste Priorität.

            Vor Melanchthons Ankunft hatte die Grundausstattung der Universität Wittenberg aus 2 Theologieprofessuren, 4 Kirchenrechtsprofessuren, 1 Professur für weltliches Recht, 6 Philosophieprofessuren, 0 medizinischen Professuren bestanden.[11]
            In der Philosophie lag der Schwerpunkt auf der Logik, angeboten in skotistischer und thomistischer Version.[12] An Naturphilosophie wurden (ebenfalls in via Scoti und in via Thomae) nur De anima und die Parva naturalia angeboten,[13] zudem Kosmologie,[14] Elementenlehre und Umwandlungen,[15] und vielleicht auch philosophische Meteorologie.[16]  D.h.: Grundlagen der Naturphilosophie,[17] Zoologie[18] (und Botanik) fehlten, während mit den Parva naturalia der was die Prinzipien betrifft (mit) vielseitigste und flexibelste Teil von Aristoteles' Naturphilosophie vertreten war; zudem Ethik (anscheinend ohne Differenzierung nach viae)[19] und (undifferenziert) Metaphysik.[20] Hinzukommt Unterricht zu (vornehmlich lateinischer) Grammatik[21] und Mathematik.[22]
            1518, in dem Jahr in dem Melanchthon an die Universität Wittenberg kommt,[23] tritt Zoologie ("De animalibus"[24]) hinzu, zu unterrichten durch einen der Logik-Professoren, der nun auch Rhetorik (nach Quintilian) zu unterrichten hat.[25] Ab oder nach Februar 1519 werden die Vorlesungen zu Logik und Naturphilosophie in via Thomae eingestellt.[26]
            Nachdem die Studierenden geneigt waren ohne Philosophiestudium direkt Theologie zu hören und die Universität ungeprüft zu verlassen, um Prediger zu werden[27], unternimmt Melanchthon (1523/1524 auch Rektor)[28] ab 1523 einen Reformversuch; Pflichtbetreuung der Studierenden durch Tutoren scheitert an "der Hochnäsigkeit der Studenten und der Faulheit der Dozenten";[29] Übungsvorträge (2 pro Monat) ersetzen logische Disputationen, Disputationen zu Naturphilosophie und Mathematik (ebenfalls 2 pro Monat) werden eingeführt.[30] 1525 wird die Metaphysik-Vorlesung abgeschafft.[31] Spätestens 1526 verlieren die Texte des Aristoteles (alle?) Bedeutung als Studieninhalte.[32] Doch schon 1527 kündigt Melanchthon selbst an, über die Nikomachische Ethik zu lesen.[33]


[1]           Eine gut lesbare einführende Biographie ist: Heinz Scheible: Melanchthon : Eine Biographie, München [C.H.Beck] 1997. Zu älteren Melanchthon-Biographien vergleiche auch: Günther Wartenberg: Melanchthonbiographien vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in: Günther Wartenberg & Markus Hein: "Werk und Rezeption Philipp Melanchthons in Universität und Schule bis ins 18. Jahrhundert : Tagung anläßlich seines 500. Geburtstages an der Universität Leipzig", Leipzig [Evangelische Verlagsanstalt] 1999, pp. 179-194.
            Die ältere Literatur zu Melanchthon ist beeindruckend bibliographiert in Wilhelm Hammers Die Melanchthonforschung im Wandel der Jahrhunderte : Ein beschreibendes Verzeichnis (4 Bände: Band I | 1519-1799, Gütersloh [Gerd Mohn] 1967; Band II | 1800-1965, Gütersloh [Gerd Mohn] 1968; Band III | Nachträge und Berichtigungen 1519-1970, Gütersloh [Gerd Mohn] 1981; Manfred Blankenfeld & Michael Reichert (redd.): Band IV | Register, Gütersloh [Gütersloher Verlagshaus] 1996). Für neuere Literatur zu Melanchthon siehe insbes. das in den neueren Bänden der Melanchthon-Schriften der Stadt Bretten jeweils zitierte und die Werke Günter Franks zu Melanchthon (Bibliographie unter http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/izma/mitarbeiter/frank/index.html [gesehen 2011-12-23]), darunter insbes. Die theologische Philosophie Philipp Melanchthons (1497-1560), Leipzig [Benno] 1995. Eine auf sonst u.U. leichter zu übersehendes verweisende Bibliographie ist Werner Korthaase: Література про Филипа Меланхтона in: Roman Minch & Êvgen Pšeničnij (edd.): "Від Меланхтона до Коменського та Чижевського ", Drogovič, Kiïv [Kolo] 2005, pp. 45-56 (Teil des Aufsatzes zu Melanchthon, Wissenschaft, Frieden, Politik etc., pp. 15-56).
[2]           Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 91.
[3]           Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 105.
[4]           Zur Universität Wittenberg und zu Melanchthons Wirken dortselbst (sowie für weitere Literatur zu beidem) siehe: Heinz Scheible: Melanchthon als akademischer Lehrer in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 75-90,  Heinz Scheible: Melanchthon als akademischer Lehrer : Einführung in das Arbeitsgespräch "Melanchthon in seinen Schülern" in: Heinz Scheible (ed.): "Melanchthon in seinen Schülern", Wiesbaden [Harassowitz Verlag] 1997, pp. 13-29 Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, Heinz Scheible: Gründung und Ausbau der Universität Wittenberg  in: Heinz Scheible (edd. Gerhard May & Rolf Decot): "Melanchthon und die Reformation", Mainz [Verlag Philipp von Zabern] 1996, pp. 354-369, Heinz Scheible: Aristoteles und die Wittenberger Universitätsreform : Zum Quellenwert von Lutherbriefen in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 125-151, Heinz Scheible: Melanchthon rettet die Universität Wittenberg in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 253-276, Heinz Scheible: Melanchthon : Eine Biographie, München [C.H.Beck] 1997, pp. 34-43, Heinz Scheible: Melanchthons Bildungsprogramm in: Heinz Scheible (edd. Gerhard May & Rolf Decot): "Melanchthon und die Reformation", Mainz [Verlag Philipp von Zabern] 1996, pp. 99-114.
[5]           Heinz Scheible: Melanchthon : Eine Biographie, München [C.H.Beck] 1997, p. 263.
[6]           Zu elektronisch zugänglichen Kopien dieses Berichts (sowohl der Lateinischen als auch der Deutschen Fassung) siehe
http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/W4RF/YaBB.pl?num=1214918230
(gesehen: 2012-02-16). Für den Lateinischen Text verwende ich Professores Academiae Wittebergensis: Brevis Narratio Exponens, Quo Fine Vitam In Terris Suam Clauserit Reverendus Vir D. Philippus Melanchthon, Vittebergae : Petrus Seitz 1560 (Exemplar der BSB München mit Signatur Res/4 Biogr. 175, elektronisch zugänglich unter URL
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0002/bsb00024791/images/?nav=1&viewmode=1
bzw.
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00024791-8
[gesehen 2012-02-16]), im Folgenden als BN1560lat zitiert; für die Deutsche Version verwende ich Professores Academiae Wittebergensis: Kurtzer Bericht, wie der ehrwirdig unser lieber Vater und Preceptor, Philippus Melanchthon sein Leben hie auff Erden geendet, und gantz christlich beschlossen hat. mit kurtzer erzelunge, was sich etliche tage zuvor, mit jhm inn seiner Schwachheit zu getragen hat, Nürnberg : Neuber 1560 (Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel mit Signatur A: 386.7 Theol. (22), elektronisch zugänglich unter URL
http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/386-7-theol-22s
bzw.
http://diglib.hab.de/drucke/386-7-theol-22s/start.htm
[gesehen 2012-02-16]), im Folgenden zitiert als BN1560dt.
[7]           BN1560dt, f. A iii r.
[8]           Eingedenk dessen dass der hier vorlegte Band eine Einführung für deutschsprachige Leser/innen ist, und in der Erwartung (Befürchtung?) dass für die meisten Leser/innen dieses Kapitels und dieser Fußnote deutschsprachiges (noch) leichter zugänglich sein wird als lateinisches: Verwende ich hier bevorzugt die Deutsche Version: BN1560dt.
[9]           sic.
[10]          BN1560dt, f. A ii v s.
[11]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 95.
[12]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 96s.
[13]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 97.
[14]          De caelo : De generatione et corruptione, Meteora IV. Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 98. Ob Aristoteles mit oder ohne weitere Literatur  (z.B. Ioannes de Sacroboscos Liber Sphaerae o.dgl.) behandelt wurde ist mir unbekannt.
[15]          De generatione et corruptione, Meteora IV. Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 98. Die Angabe "De generatione et corruptione meteorum" dortselbst kann sich auf De generatione et corruptione plus Meteora IV beziehen oder auch auf De generatione et corruptione plus Meteora I-IV. Mir scheint ersteres wahrscheinlicher.
[16]          Meteora I-III. Siehe vorige Fußnote.
[17]          Physikvorlesung.
[18]          Historia animalium, De generatione animalium, De motu animalium, De incessu animalium. Dabei sollte allerdings gesehen werden, dass - im Gegensatz zu (fast?) allen anderen naturphilosophischen Teilen des Corpus aristotelicum - diese Werke (bzw. Gegenstände) auch an anderen Universitäten alles andere als häufig zu finden waren. Insofern ist ihre spätere Einführung in Wittenberg (sie folgenden Absatz des Haupttextes) durchaus bemerkenswert.
[19]          De generatione et corruptione, Meteora IV. Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 98.
[20]          De generatione et corruptione, Meteora IV. Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 98s.
[21]          De generatione et corruptione, Meteora IV. Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 98.
[22]          De generatione et corruptione, Meteora IV. Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 99.
[23]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 105.
[24]          Dies kann sich (mindestens) auf eine oder mehrere der folgenden Aristoteles-Schriften beziehen: Historia animalium, De generatione animalium, De motu animalium, De incessu animalium. Unterricht über die Historia animalium ist belegt (Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 104). Ab 1521 wir Aristoteles hier durch Plinius ersetzt (op.cit., p. 107s).
[25]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 102.
[26]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 107.
[27]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 109.
[28]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 110.
[29]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 109s, Zitat p. 109.
[30]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 110.
[31]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 119.
[32]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 113. Zu Aristoteles in Wittenberg siehe auch Heinz Scheible: Aristoteles und die Wittenberger Universitätsreform . Zum Quellenwert von Lutherbriefen in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 125-151. Die von Scheible (p. 115), Frank, und anderen vertretene These Melanchthon sei als philosophierender Theologe und nicht als theologisierender Philosoph zu sehen scheint mir einer solchen Eindeutigkeit nicht schlüssig. Man sehe weiter unten das zu Melanchthons De philosophia und seinen Werken zur Dialektik und Ethik vorgetragene.
[33]          Heinz Scheible: Die Philosophische Fakultät der Universität Wittenberg von der Gründung bis zur Vertreibung der Philippisten in: Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 91-124, hier p. 114. Cf. etiam op. cit. p. 119.





<...>





            Melanchthons Dialektik steht weit weniger in der Tradition prä-rinascimetaler Logiktexte oder auch der Logica parva des Paulus Venetus,[1] als in der Tradition von Rudolphus Agricolas Rhetorik und Logische Topik verschmelzendem Werk De inventione dialectica - auf das Melanchthon selbst in seiner Dialektik als auf ein exemplarisches und weiterführendes Werk zum Thema verweist.[2]
            Der Kontrast wird deutlich, betrachtet man die Behandlung dessen, was für uns zum Lügner-Paradox,[3] zu logischen Schwierigkeiten vom Kreter-Typ[4] gehört. Paulus Venetus hatte dies unter Zugrundelegung von Situationen mit behauptenden und urteilenden Menschen analysiert - und war so auch (direkt oder indirekt) von Cervantes rezipiert worden.[5]
            In der Compendiaria dialectices ratio werden weder Fehlschlüsse noch Paradoxien verhandelt. In den De Dialectica libri IV werden mehrere Paradoxien behandelt, doch nicht als Paradoxien, sondern als Fehlschlüsse: z.B.

Cretenses sunt mendaces, Id dixit Cretensis Epimenides, Ergo mentitus est is quoque. Sunt igitur veraces Cretenses, Rursus igitur verum dixit Epimenides. … Vitium oritur hic ex mala consequentia. Non sequitur omnes Cretenses esse mendaces. Nec sequitur: Mendaces sint, Igitur omnia mentiuntur.[6]
"Die Kreter sind Lügner", dies sagte der Kreter Epimenides. Also hat auch dieser <mit diesem Satz> gelogen. Also sind die Kreter wahrhaftig, und Epimenides hat widerum wahr gesprochen. … Hier liegt der Fehler in der fehlerhaften Schlussfolgerung. Es folgt nicht, dass alle Kreter Lügner sind; noch folgt "Sie sind Lügner, also lügen sie in allem."
So auch in den Dialecticae praeceptiones.[7]
1545 in den Rapsodiae in Dialecticam dann:


Huc referunt et insolubilia. Ut | SOMNIis non est credendum | TU SOMniasti somniis non esse credendum | Ergo somniis est credendum. | Was ist das für ein seltzam argiment. | Vocant insolubile, id est, quædam fa|tuæ connexiones sunt. Græci vo|cant ψευδόμενος, Ubi aliquis se ip|sum falsitas arguit, et ipsum sese | evertit. Quod vulgo Insolubile vocarunt in Dialecticis. Alias vocant | συστατον græci, im ge…ih..,[8] Est | longus labyrinthus, non possum ex- || tricare. Ut si aliquis dicat Ta|ceo, Imo quomodo taces, cumiam loquaris. | Cretenses sunt mendaces | ID DIxit Cetensis Epimenides | ERGO mentitus est is quoque. Sunt | igitur veraces Cretenses. Et per con|sequens Verax est Epimenides. | COELUM tegit omnia | ERGO se quoquoe tegit. | In hunc locum possunt conferri omnes cavillationes, quae non accomodari possunt superioribus generibus fallatiarum, | Iam in Dialectica adhuc restat | doctrina distinctionum, quaew es admodum utilis, et erudita, de qua | Volo proxime dicere, Deo dante.[9]
Hierher <d.h. zu den Fehlschlüssen> gehören auch die Insolubilia.[10] Wie "Träumen ist nicht zu glauben / Du hast geträumt dass Träumen nicht zu glauben sei / Also ist Träumen zu glauben." Was ist das für ein seltsames Argument.[11] Sie nennen es "insolubile",[12] d.h. es handelt sich um gewisse alberne Vermischungen. Die Griechen nennen es "Pseudomenos" wo etwas für seine eigene Falschheit[13] argumentiert, und selbiges sich selbst über den Haufen wirft, was man gemeinhin in dialektischen Werken "Insolubile" genannt hat. Etwas anderes nennen die Griechen "Asystaton"[14], im ge…h….[15] Das ist ein langer Irrgarten, ich kann's nicht ent||wirren. Wie wenn jemand sagt "Ich schweige" "Wie aber willst Du schweigen da Du ja schon sprichst?". <§> "Die Kreter sind Lügner" Dies sagte der Kreter Epimenides. Also hat auch dieser gelogen. Also sind die Kreter wahrhaftig. Und folglich: "Wahrhaftig ist Epimenides". <§> "Der Himmel ist über allem.[16] Also bedeckt er auch sich selbst." <§> Zu diesem Topos kann man alle sophistischen Scherze zusammenbringen, die man nicht unter den weiter oben behandelten Gattungen der Fehlschlüsse unterbringen kann. <§§> In der Dialektik bleibt noch die Lehre von den Unterscheidungen zu behandeln, die völlig nützlich und gelehrt ist, und von der ich demnächst handeln will, so Gott es gibt.[17]
Die Paradoxien werden nun also als Paradoxien wahrgenommen und präsentiert ("wo etwas für seine eigene Falschheit[18] argumentiert, und selbiges sich selbst über den Haufen wirft"), und nicht als Fehlschlüsse bei denen die Gründe der Fehlerhaftigkeit leicht aufzuzeigen wären, doch werden sie weder als Paradoxien näher untersucht, noch werden Vorschläge dazu gemacht wie sie aufzulösen wären; sie bleiben als "Insolubilia"[19] unaufgelöst stehen, werden als etwas behandelt, für dessen eingehendere Behandlung im Rahmen der Dialektik kein Anlass besteht: Melanchthons Dialektik ist nicht primär Theorie der Sätze, Aussagen, Schlussfolgerungen, sondern primär eine Argumentationslehre für Situationen des realen Alltagslebens.[20]
            Die Behandlung der Paradoxien in den Erotemata dialectices wiederum ist in einigem wieder ähnlicher der Behandlung in den vor den Rapsodiae entstandenen Versionen der Dialektik Melanchthons: Das Problem mit dem alles, und damit auch sich selbst bedeckenden Himmel wird durch Einschränkung dessen worauf sich "alles" bezieht gelöst,[21] Der "Kreter" wird als Folge von nichts beweisenden Aussagen über einen oder einige, als etwas ohne Allaussagen, und daher ohne Beweiskraft behandelt,[22] die Aussage, wer sage, er schweige, sei unproblematisch, wenn man den jeweiligen Bezug beachte,[23] etc..[24] Die Paradoxie mit dem Traum in dem geträumt wird man solle Träumen keinen Glauben schenken aus den Rapsodiae (die sich ja mit den in den Erotemata verwendeten Auflösungsmitteln nicht auflösen lässt) wird in den Erotemata dialectices nicht behandelt. Ob Melanchthon in seinen Vorlesungen anders und/oder anderes gelehrt hat als in seinen gedruckten Lehrbüchern wäre einer eigenen Untersuchung wert, doch ist hier kein Ort dafür.

            Ob und wie weit Melanchthons Philosophie spezifisch christliche/protestantische/lutheranische Philosophie sei,[25] ist eine Frage, die auch im Blick auf seine Werke zur Dialektik differenzierend zu betrachten ist: Die Compendiaria dialectices ratio ist nicht völlig Theologie-frei - so werden etwa Pelagius und Augustinus für ein Beispiel erwähnt[26] - doch derjenige Text der am weit häufigsten für Beispiele verwendet wird ist Ciceros Pro Milone, gefolgt von anderen Texten Ciceros und Quintillian.[27] In den De Dialectica libri IV findet sich (unter Verweis auf den so definierenden Cicero) die Unterscheidung zwischen der Ehefrau, die in die Gesellschaft der Guten kommt, und der Konkubine, die nicht in die Gesellschaft der Guten kommt[28] - was den Status der Ehefrau von sozialer Stellung, nicht aber von gespendetem Sakrament abhängig macht.[29] In den Dialecticae praeceptiones finden sich die Sakramente unter die freiwilligen und heiligen Handlungen eingeordnet, und definiert, dass Christus uns durch die Sakramente etwas gibt.[30] Unter den Fehlschlüssen findet sich als Beispiel derjenige, dass Freie nicht dienten, Christen frei seien, Christen daher nicht dienen müssten,[31] und Fehlschlussbeispiele auch zum Verhältnis von Kirche und Evangelium.[32] Die Einträge betreffend biblischem und/oder theologischem im Index der Rapsodiae[33] sind zahlreich, aber nicht extrem zahlreich. Der Index der hier verwendeten Ausgabe der Erotemata dialectices[34] dann gibt eine große Fülle an Verweisen auf Stellen, wo Bibelstellen und/oder theologische Aussagen in den Erotemata dialectices diskutiert werden. Im Laufe der Zeit, im Fortschritt der Versionen, nimmt der "theologische" Gehalt von Melanchthons Dialektik zu.


            Melanchthons Naturphilosophie zum Gegenstand von Untersuchung oder Bericht zu machen würde den Rahmen des vorliegenden Kapitels und Bandes sprengen.[35] Gleiches gilt für seine Moralphilosophie[36] - in der was die Ethik in Ihren unterschiedlichen Versionen[37] betrifft, so wie ich sie lese, mir ebenfalls der theologische Gehalt im zeitlichen Fortschritt der Versionen an Gewicht zu gewinnen scheint.[38]
            Ob derlei an geänderten Sichtweisen des Autors, an Eingehen auf Erwartungen der Studierenden,[39] an Eingehen auf Erwartungen des Buchmarktes und/oder von Dozenten und Studenten außerhalb von Wittenberg,[40] an Etwas anderem, oder an einer Mischung von zwei oder mehr von diesen lag sei - da mir nicht entscheidbar - dahingestellt. Die spätere katholische Konkurrenz hat es jedenfalls (soweit mir bekannt) nicht übernommen.[41]


[1]           Zu dieser siehe Kapitel Padua 1408.
[2]           Zu Beginn von Buch IV in Div1538, p. 141 und DP 1541, p. 170
[3]           Hervorragende Einführung: JC Beall & Michael Glanzberg: Liar Paradox, in: "Stanford Encyclopedia of Philosophy" (2011-01-20), URL http://plato.stanford.edu/archives/spr2011/entries/liar-paradox/ (gesehen 2012-03-13).
[4]           Z.B.: "Der folgende Satz ist falsch. Der diesem Satz den Sie gerade lesen vorangehende Satz ist wahr."
[5]           Siehe Kapitel Padua 1408.
[6]           Div1538, p. 205.
[7]           DP1541, p. 253.
[8]           Der Schrift in der Handschrift nach: deutschsprachig.
[9]           RD1544: Clm 26081, p. 1130s.
[10]          Paradoxien
[11]          Das Kursive ist in der Handschrift deutschprachig.
[12]          Wörtlich: "nicht löslich"/"nicht lösbar"/"unauflöslich".
[13]          Im Sinne von "Unwahrheit"/"den Wahrheitswert .FALSCH. habend".
[14]          In der Rechtssprache/juristischen Rhetorik: Etwas was nicht zur Verhandlung zuzulassen ist. Cf. Joseph Martin: Antike Rhetorik : Technik und Methode, München [C. H. Beck] 1974  pp. 18-21.
[15]          Dieses Wort kann ich leider nicht entziffern
[16]          Wörtlicher: "bedeckt alles".
[17]          Der Text der Vorlesungen der Rapsodiae endet hier. (In der Handschrift folgt ein Index.)
[18]          Im Sinne von "Unwahrheit"/"den Wahrheitswert .FALSCH. habend".
[19]          Wörtlich: etwas das "nicht löslich"/"nicht lösbar"/"unauflöslich" ist.
[20]          Vgl. Volkhard Wels: Melanchthon's Textbooks on Dialectic and Rhetoric as complementary Parts of a Theory of Argumentation in: Emidio Campi, Simone De Angelis, Anja-Silvia Goeing & Anthony T. Grafton (edd.): "Scholarly Knowledge : Textbooks in early modern Europe", Genève [Droz] 2008, pp.139-156, hier p. 149: "Where peoplke make use of language, they must always make use not only of grammar but also of dialectic and rhetoric. Unlike medieval logicians, wo sonsidered logic as an academic object of speculation, Melanchthon is interested in detecting the dialectical and rhetorical forms in the language of everyday life."
[21]          ED 1548, f. 209v.
[22]          ED 1548, f. 209vs.
[23]          ED 1548, f. 210.
[24]          Auf ein in ED1548 im Anschluss an die behandelten Paradoxien analog zu diesen behandeltes Beispiel werde ich weiter unten noch eingehen.
[25]          Cf. (et vide etiam supra): Sachiko Kusukawa: The Transformation of Natural Philosophy : The case of Philip Melanchthon, Cambridge [Cambridge university press] 1995 und/oder Heinz Scheible: "Aufsätze zu Melanchthon", Tübingen [Mohr Siebeck] 2010, pp. 125-151, hier p. 115 und/oder Günter Frank: Die theologische Philosophie Philipp Melanchthons (1497-1560), Leipzig [Benno] 1995.
[26]          CDR1520, f. B <iv> v. Siehe Nicole Kuropka: Philipp Melanchthon: Wissenschaft und Gesellschaft : Ein Gelehrter im Dienst der Kirche (1526-1532), Tübingen [Mohr Siebeck] 2002, p.17n29 für weitere Theologica in CDR1520.
[27]          CDR1520 passim.
[28]          Div1538, p. 11. Ebenso DP1541, p. 12. Im Folgenden verzichte ich auf die Angabe von Parallelstellen aus DP1541 zu Div1538 (und umgekehrt), und gebe meine Beispiele jeweils gemäß dem Text in dem ich auf sie (kursorisch lesend) gestoßen bin.
[29]          Ehe ohne Einordung als Sakrament in der Confessio Augustana von 1530 (zugänglich z.B. unter URL http://www.ccel.org/ccel/schaff/creeds3.iii.ii.html [gesehen 2012-03-16]) Art. 7: "Si quam habent aliam vel potestatem, vel jurisdictionem in cognoscendis certis causis, videlicet matrimonii, aut decimarum, etc., hanc habent humano jure".
[30]          DP1541, Ausklapptafel nach p. 58.
[31]          DP1541, p. 232: Man vergleiche Luthers Stellung im Bauernkrieg und den oben zitierten Artikel der Confessio Augustana zu "magistratus" und "potestas civilis".
[32]          DP1541, p. 246.
[33]          RP1544, p. 1132sqq.
[34]          ED1558, Index, spec. "Variarum Quaestionum simplicium & coniunctarum explicdationes …", "Explicationes Quorundam dictorum Scripturae" und "Refutationes Falsarum raticinationum & falciarum".
[35]          Zu Melanchthons Naturphilosophie siehe insbes. Sachiko Kusukawa: The Transformation of Natural Philosophy : The case of Philip Melanchthon, Cambridge [Cambridge university press] 1995 und Henry Lohr: Latin Aristotle Commentaries : II: Renaissance Authors, Firenze [Leo S. Olschki] 1988, p. 256. Die Initia Doctrinae physicae liegen von Walter Ludwig  übersetzt deutsch vor: Philipp Melanchthon (trans. Waltrer Ludwig: Initae Doctrinae Physicae, Dictata in Academia Vuitebergensi : Die Anfänge der pysikalischen Lehre, vorgetragen an der Universität Wittenberg, Rahden [Marie Leidorf] 2008); p. ix finden sich dort Verweise auf weitere Literatur, darunter auch auf das folgende: Walter Thüringer: Paul Eber (1511-1569) : Melanchthons Physik und seine Stellung zu Copernicus, in: Heinz Scheible (ed.): "Melanchthon in seinen Schülern", Wiesbaden [Harassowitz Verlag] 1997, pp.287-312, dort pp. 294-304 zur Zusammenarbeit mit Paul Eber und zur Enstehungsgeschichte des Texts/Textclusters und seiner Varianten. Zu Melanchthons philosophischer Psychologie in seiner Schrift De anima grundlegend ist: Eckhard Keßler: The intellective soul in: Charles B. Schmitt, Quentin Skinner, Eckhard Keßler & Jill Kraye (edd.): "The Cambridge History of Renaissance Philosophy", Cambridge [Cambridge University Press] 1988, pp. 485-534, hier pp. 516-518.
[36]          Eine Auswahl (ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit) an im Internet frei zugänglichen Versionen von Texten Melanchthons zur Moralphilosophie findet sicht unter URL
http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/W4RF/YaBB.pl?num=1213963068
(gesehen 2012-03-21). Zu Melanchthons Moralphilosophie bis 1532 siehe auch Siehe Nicole Kuropka: Philipp Melanchthon: Wissenschaft und Gesellschaft : Ein Gelehrter im Dienst der Kirche (1526-1532), Tübingen [Mohr Siebeck] 2002, spec. pp. 176-183 & 275-283 & 287.
[37]          Zu deren Versionen siehe Henry Lohr: Latin Aristotle Commentaries : II: Renaissance Authors, Firenze [Leo S. Olschki] 1988, p. 257s und insbes. Günter Frank & Michael Beyer (ed. & trans. teuton.): Philipp Melanchthon: Ethicae Doctrinae Elementa et Ennarratio Libri quinti Ethicorum, Stuttgart-Bad Cannstatt [frommann-holzboog] 2008, p.XV, XXIIn20 und pp. XXX-XXXV.
[38]          Extrem: die "Theologica" in der späten Ethik-Schrift von 1550 (sqq): Philipp Melanchthon (ed. & trans. teuton. Günter Frank & Michael Beyer): Ethicae Doctrinae Elementa et Ennarratio Libri quinti Ethicorum, Stuttgart-Bad Cannstatt [frommann-holzboog] 2008, pp. 82-93.
[39]          Siehe Nicole Kuropka: Philipp Melanchthon: Wissenschaft und Gesellschaft : Ein Gelehrter im Dienst der Kirche (1526-1532), Tübingen [Mohr Siebeck] 2002, p. 22: "Mit diesen Ergänzungen dürfte er den Widerwiillen gegen die Dialektik auf Seiten der Theologiestudenten im Auge gehabt haben.".
[40]          Um die die Alternativen " Erwartungen der Studierenden" und " Erwartungen des Buchmarktes und/oder von Dozenten und Studenten außerhalb von Wittenberg" zu untersuchen wäre ein Vergleich von Melanchthons handschriftlich vorliegenden Vorlesungen mit den gedruckten Versionen nützlich. Ob und ggf. wann ich Zeit finden werde einen solchen durchzuführen weiß ich nicht; würde er von jemandem anderes vorgenommen, so wäre's mir willkommen.
[41]          Siehe Kapitel Ingolstadt 1577.


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