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2013-05-24

Centuria I, Experimentum 19 : Benotungsschema

Wie ich studentische Arbeiten benote: Übersicht

Außer für Doktorarbeiten sind die Noten die wir an der LMU in unserem Fach/unseren Fächern vergeben die folgenden:
  • 1,0 : sehr gut
  • 1,3 : noch sehr gut
  • 1,7 : voll gut
  • 2,0 : gut
  • 2,3 : noch gut
  • 2,7 : voll befriedigend
  • 3,0 : befriedigend
  • 3,3 : noch befriedigend
  • 3,7 : voll ausreichend
  • 4,0 : ausreichend
  • 5,0 : nicht bestanden (wird auch vergeben wenn sich aufgrund irgendwelcher Zwischenrechnungen rechnerische Noten zwischen 4,1500001 und 32767 ergeben sollten). ("nicht bestanden wegen Täuschung" hat bei uns EDV-mäßig übrigens eine eigene Kennzeichnung, die - wenn ich richtig unterrichtet bin - auch im "transcript of records" entsprechend ausgewiesen wird.)

Nun zu meinem Benotungsschema:
  • Startnote für eine völlig fehlerfreie aber nirgendwo ernsthaft spannende/aufregende/anregende/im guten Sinne originelle Arbeit ist eine 1,3.
  • Startnote für eine Arbeit die ernsthaft spannend/aufregend/anregend/im guten Sinne originell ist (z.B. weil sie Argumente enthält die meinen Auffassungen widersprechen, die ich aber nicht oder nur mit Mühe widerlegen kann, oder weil sie mich dazu bringt über etwas erstmals oder neu nachzudenken, oder weil sie mich etwas erstmals oder neu sehen lässt) ist 1,0 oder besser (z.B. 0,7 oder 0,5, oder 0,3 - bis auf 0,0 oder gar darunter bin ich bislang noch nicht gegangen).
  • Monita wie z.B. wirre/fehlerhafte/mir nicht nachvollziehbare Argumentation, fehlende oder fehlerhafte bibliographische Angaben, unbelegte Behauptungen, fehlende oder sachlich fehlerhafte Nachweise, unabgefangene Inkonsistenzen, ...  werden jeweils mit einem Malus belegt (je nach Gravierendheit und Häufigkeit zwischen 0,1 und 5,0 pro Monitumsgruppe [wobei 4,0 und 5,0 wohl nur bei schlimmsten Fehlern verwendet werden würden: über 1,0 bin ich bislang noch nicht hinausgegangen]).
  • Die Länge der Arbeit (z.B. Essay: ca. 5 Seiten, BA-Arbeit: ca. 35 Seiten) wird bei der Gewichtung der Monita berücksichtigt: z.B. wiegen 5 fehlerhafte bibliographische Angaben in einem Essay schwerer als  5 fehlerhafte bibliographische Angaben in einer BA-Arbeit.
  • Die Summe aus Startnote+Mali ergibt die Endnote.
Nein, das Schema ist nicht wirklich befriedigend, und desto weniger befriedigend desto länger die beurteilte Arbeit ist. Aber obwohl ich immer wieder die Studierenden um Mitteilung von Verbesserungsvorschlägen/Alternativen bitte haben wir auch gemeinsam noch nichts besseres gefunden.



Noch ein Bisschen Statistik:
 Durchschnittnoten für einzelne Veranstaltungen ("WiSe" = "Wintersemester", "SoSe"="Sommersemester"):
  • WiSe 2005 Seminar A: 1,8
  • WiSe 2005 Seminar B: 3,8
  • SoSe 2006 Seminar A: 1,8
  • WiSe 2006 Seminar A: 1,7
  • WiSe 2006 Seminar B: 1,2
  • SoSe 2007 Seminar A: 2,0
  • WiSe 2007 Seminar A: 2,1
  • WiSe 2007 Seminar B: 2,0
  • SoSe 2008 Seminar A: 1,3
  • WiSe 2008 Seminar A: 1,1
  • SoSe 2009 Seminar A: 4,0
  • SoSe 2009 Seminar B: 1,3
  • Sommer 2009 Eignungsfeststellungsverfahren: 2,8
  • WiSe 2009 Seminar A: 1,1
  • SoSe 2010 Lektürekurs A: 1,9
  • SoSe 2010 Lektürekurs B: 1,4
  • SoSe 2010 Seminar : 1,2
  • WiSe 2010 Essaykurs : 2,1
  • SoSe 2011 Lektürekurs : 2,4
  • SoSe 2011 Seminar : 2,3
  • WiSe 2011 Lektürekurs : 3,7
  • WiSe 2011 Essaykurs : 1,9
  • SoSe 2012 Lektürekurs : 1,7
  • WiSe 2012 Essaykurs : 1,4
  • BA-Arbeiten: bisheriger Durchschnitt: 1,5
Die Einzelnoten sind dabei in den jeweiligen Veranstaltungen erfahrungsgemäß in den allermeisten Fällen nicht normalverteilt. Die folgende Grafik zeigt zwei typische Fälle:

  ebenfalls erkennbar:
  • jede Veranstaltung ist (wie auch jede studentische Arbeit) ein Einzelfall: die Durchschnittsnoten sind recht unterschiedlich, auch innerhalb ein und des selben Sem,esters (z.B.: SoSe 2009)
  • es gibt keinen erkennbaren Trend zu immer sanfterer/freundlicherer/milderer Bewertung
  • es kann sein dass die Durchschnittsnoten für Abschlussarbeiten signifikant besser sind als die für einzelne Arbeiten auf dem Weg zur Abschlussarbeit. Falls dem so ist, so ist's wenig überraschend: wer bis zum Abschluss durchhält ist meist wirklich gut oder sehr gut.